Verschluss
Der Verschluss ist ein kleines venezianisches Mosaik. Die Glassteine stammen aus der Glashütte Orsoni Venezia 1888 und sind aneinandergereiht wie Fragmente aus erstarrtem Licht. Jeder Stein entsteht aus dem Feuer und wird von Hand geschnitten, nach derselben Tradition, die das venezianische Mosaik seit über einem Jahrhundert nährt. Die Oberfläche ist nicht regelmäßig: Sie vibriert, reflektiert, fängt das Licht ein. Es sind diese kleinen Unregelmäßigkeiten, die ein Mosaik lebendig machen, fast malerisch.
Diese Fragmente erinnern an die Mosaikböden und -dekorationen venezianischer Kirchen, wo die Farbe aus dem geduldigen Aneinanderfügen unzähliger Steinchen entsteht. Und dann, in diesem Gleichgewicht aus Materie und Licht, ein unerwartetes Detail: Der Stein unten rechts ist aus 24-karätigem Gold.
Es ist keine Vergoldung. In der venezianischen Tradition wird das Blattgold zwischen zwei dünne, miteinander verschmolzene Glasschichten eingeschlossen: Das Metall bleibt geschützt und zugleich intensiv leuchtend. Daraus entsteht ein warmes, tiefes Licht, das sich mit jeder Bewegung verändert und vibriert.
Es ist dasselbe Prinzip, das die Mosaiken des Markusdoms erleuchtet, wo das Gold das Licht zurückwirft und die Flächen in eine fast immaterielle Weite verwandelt.
So wird der Verschluss zu einem kleinen Fragment Venedigs: Glas, aus dem Feuer geboren, von Hand geschnitten, gesetzt wie in einem alten Mosaik, mit einem Goldpunkt, der die Komposition entzündet. Ein winziges Detail, aus demselben leuchtenden Material, das die Stadt seit Jahrhunderten erzählt.
